Online Dialog mit Sandra Boser zum Thema Bildung

Am Dienstagabend diskutierte Erwin im Online-Dialog mit Sandra Boser, Mitglied des Landtags, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag sowie Sprecherin für Bildung über das Thema Bildung in Coronazeiten.

Mit dabei waren zudem Daniela Hatzenbühler, Kitaleiterin in Geislingen, und Sophie Seng, Gymnasiallehrerin am Gymnasium in Meßstetten. Auch Monika Menne-Weckenmann, Erzieherin in Weilstetten, sowie Sevgi Turan-Rosteck von den Grünen beteiligten sich am Gespräch. Kernthema war die aktuelle Situation an Schulen und Kitas. In dem knapp zweistündigen Gespräch wurden zahlreiche Themen angesprochen, von möglichen Schnelltests über die eher mangelhafte digitale Ausstattung von Schulen und vor allem von Kitas bis hin zum Aspekt der Schüler, die unter der Situation der Pandemie leiden. Was Sandra Boser aber immer wieder deutlich gemacht wurde, sowohl vonseiten der Lehrer als auch vonseiten der Erzieherinnen, ist die offenbar mangelnde oder nicht funktionierende Kommunikation zwischen Schulen und Kitas einerseits und der Politik andererseits. Hier, so formulierte es Sophie Seng, die Situation sowohl aus Lehrerinnen- als aus Elternsicht kennt, fühlten sich die Lehrkräfte doch ziemlich alleingelassen. Neuerungen, die eigene Arbeit direkt betreffen, nannte Seng ein Beispiel, erfahre man nicht direkt, sondern meist erst aus der Presse. Alles dauere ewig lange. Die von der Politik dargestellte Kommunikation und Transparenz sei enttäuschenderweise oft nicht vorhanden. Dabei wäre gerade dies für sie ein bitter notwendiges Zeichen von Respekt den Schülern, Eltern und Lehrern gegenüber. Kommunen besser unterstützen. Im Gegenzug lobte sie den Mut und die Kreativität der Schulleitungen und Lehrer, die einfach von sich aus Dinge anpackten und zu lösen versuchten, wo die Unterstützung von oben fehle. Kultusministerin Eisenmann, fügte Sevgi Turan hier hinzu, sollte den Kommunen bei den anstehenden Aufgaben, beispielsweise beim Testen, deutlich mehr helfen, damit diese nicht weiter im eigenen Saft schmoren würden. Denn, so formulierte es Sophie Seng, getestet würde eben auch so gut und schnell, wie sich die jeweiligen Kommunen einzusetzen in der Lage seien. Zudem betonte sie, genauso wie die Vertreterinnen der Kitas, den sozialen Aspekt von Schulen und Kindergärten. Schüler litten aktuell weniger darunter, dass sie womöglich den Stoff nicht verstünden, sondern vielmehr, weil das soziale Miteinander fehle. Dieser Aspekt dürfte nicht vergessen werden. Der Präsenzunterricht müsse daher, bejahte Sandra Boser, das größte Ziel sein, natürlich nur, wenn es die Infektionszahlen zulassen. Das möglichst häufige Testen von Lehrkräften und Schülern wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Gerade für jüngere Kinder wären Spuck- oder Gurgeltests gut. Mit ihnen könnten ganze Klassen getestet werden. Runde Tische mit „multiprofessionellen Teams“ sowie ein Kinder- und Jugendgipfel müssten dringend die Situation gerade der Kinder und Jugendlichen weiter im Blick halten. Auch, um mit den „unsichtbaren Jugendlichen“ umzugehen, also den Jugendlichen, die man im Zuge des nur noch digital stattfindenden Unterrichts immer mehr verliere. Hier müssten besondere Angebote geschaffen werden. Zur Situation in den Kitas nahmen Monika Menne-Weckenmann, Erzieherin in Weilstetten, sowie Daniela Hatzenbühler, Kitaleiterin in Geislingen, Stellung. Der Regelbetrieb laufe gut, die Kommunikation mit dem Kultusministerium hingegen sei enttäuschend berichtete Monika Menne-Weckenmann. Daniela Hatzenbühler, die sich erst ganz zum Schluss des Gesprächs zuschaltete, erwähnte, dass die Coronasituation durchaus auch ganze Teams spalte. Einige befürworteten die Tests beispielsweise, andere wollten es nicht. Sie prangerte an, dass in der Pandemie der reine Betreuungscharakter der Kitas wieder zu stark in den Vordergrund gerückt sei. Dabei sei es die frühkindliche Bildung, die immer wichtiger werde. Auch sie wünscht sich eine klare Perspektive, wie es nun weitergeht. Kommunikation und Transparenz wäre ein Zeichen des Respekts für Schüler und Lehrer.

Quelle: www.zak.de

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